Die Rache der Hofrätin

Innsbruck, AT — Im Verfahren um die Ermordung des kleinen Luca waren bekanntlich nur die Täter im Vordergrund verurteilt worden. Nicht aber die eigentlichen Täter, die den Mord erst ermöglichten. Die Leute der Jugendwohlfahrt nämlich. Silvia Rass-Schell, Leiterin des Kinderhandels-Netzwerks Tiroler Jugendwohlfahrt, war knapp einer Anklage entgangen. Denn ihre politische Stellung wog bei der Justiz mehr, als die in Österreich praktisch nicht existente Pflicht zur Unabhängigkeit. Niemand wagte bisher, die Täter aus den Reihen der Jugendwohlfahrt vor Gericht zu zerren und hinter Gitter zu schicken. Landesrat Gerhard Reheis war bisher nicht ansprechbar darauf, Parteidisziplin und Schutz einer Genossin gehen vor.
Zahlreiche andere Fälle, bei denen Kindern durch Beihilfe, Wegschauen oder direkte Handlungen der Jugendwohlfahrt zu Schaden kamen, haben Silvia Rass-Schell und ihr Vorgänger Manfred Weber schon vertuscht, nur wenige verursachten allerdings solches öffentliches Echo wie der brutale Mord an einem Kleinkind. Seither sann Rass-Schell auf Rache gegen den Vater (Vater? Ein Mann? Wie abscheulich!), der es da wagte, die Ermordung seines Kindes nicht schweigend hinzunehmen.
Nun fand sich die Gelegenheit. Eine angeblich anonyme Anzeige, einer gekränkten Exfreundin, genügte. Schon wurde Bernhard Haaser dessen jüngere Tochter mit Gewalt abgenommen, mit brutaler Gewaltanwendung – da das Kind sich heftig wehrte – zunächst in ein Heim und dann in eine Klinik geschleppt. Der Vater habe das Kind mißhandelt, hieß es. Die Anzeigerin bestätigte bereits, gelogen zu haben. Egal, Jugendamtsleiter Reinhold Hotter kennt keine Gnade: das Kind soll ins Heim. Dort gebrochen werden. Die Schwester des Kindes, die gegen die Vorwürfe redete, wird von Hotter einfach als Lügnerin beschimpft, ist ja erst elf.
Die Jugendwohlfahrt beauftragte rasch einen ihrer Mitarbeiter, ein “Gutachten” zu erstellen. Die Qualität dieser Jugendamts-Gutachten ist bekannt, buchstabengetreu wird der Auftrag ausgeführt, die Unterbringung im Heim als einzig wahre Möglichkeit empfohlen. Klar, damit verdient einmal das Heim ein paar Tausender im Monat, und der sogenannte Gutachter macht es auch nicht gratis.
Silvia Rass-Schell, wegen Ihrer Verdienste um den Kinderhandel mit dem Titel Hofrat ausgezeichnet, kann sich wieder einmal zurücklehnen. Die Jugendwohlfahrt hat wieder ihre Macht gezeigt, der sich alles zu unterwerfen hat. Ob sie sich da nicht übernommen hat? Einem Elternteil, dessen Kind mit Hilfe der Jugendwohlfahrt ein Kind ermordet worden ist, einfach aus Rache noch ein anderes abzunehmen, um ihn zum Schweigen zu bringen – das wird nicht mehr so leicht funktionieren. Die Öffentlichkeit ist sensibler geworden.
Staatssekretärin Verena Remler, ebenfalls Tirolerin, bemühte sich zuletzt verzweifelt, jenes Gesetz durchzubringen, das den Terroristen der Jugendwohlfahrt noch mehr Macht bescheren würde. Auch Remler wird jetzt unsanft aufwachen müssen. Die 1933 gegründete Nationalsozialistische Volkswohlfahrt, nun unter Jugendwohlfahrt geführt, ist ein Mittel der Unterdrückung, des Zwanges. Das will niemand. Alle Österreicher, denen ihre Kinder am Herz liegen, wollen anderes: Die Abschaffung dieser von niemandem kontrollierten Terror-Behörde.

Unsere Kinder müssen geschützt werden. Vor der Brutalität der Jugendwohlfahrt.

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