„KURIER“ in Schieflage

Österreichische Medien haben es schwer. Sie leiden unter parteipolitischem Einwirken. Kaum ein Journalist kommt zur Geltung, ohne entweder ein Parteibuch zu besitzen oder sich der Steuerung einer parteigesteuerten Redaktion zu unterwerfen.
Der KURIER ist keine Ausnahme. Längst verflossen sind die Zeiten, als der KURIER noch relativ unabhängig berichten durfte. Heute ist Anpassung gefragt, selbst um den Preis, manchmal regelrecht als Parteiorgan zu wirken.
Die Darstellung des »Nahen Ostens« und seiner Spannungen in den österreichischen Medien ist strikt systemgesteuert. Jeder Bericht hat, politisch korrekt, jene Linie zu vertreten, die von der engen Zusammenarbeit der SPÖ mit den Muslimbrüdern vorgegeben wird. Mit Vorliebe bedient man sich dabei auch ausländischer Journalisten, die sehr zweckmäßig „vor Ort“ stationiert werden. Ein peinliches Paradebeispiel für diese politisch gesteuerte Linie war der heutige Artikel „Terrorattacke auf Autobusse“. Als Verfasser angegeben ist Norbert Jessen.

WAS WAR PASSIERT ? – Mehrere Gruppen von Terroristen hatten in einer konzertierten Aktion nördlich von Eilat Fahrzeuge beschossen, acht Menschen umgebracht und eine Reihe anderer verletzt. Die israelischen Behörden waren vorgewarnt gewesen, konnten daher relativ schnell reagieren und eine Anzahl der Terroristen eliminieren. Das Ziel, israelische Soldaten zu entführen, schlug deshalb fehl. Nachfolgend wurden die Terroristen Kamal Nirab, Chaled Masri und Amad Hamed, die Organisatoren des Anschlags, im Gaza-Streifen zielgerichtet getötet.

WAS WURDE DARAUS ? – Reporter Jessen spricht fließend Hebräisch, las in seinem Hotel in Tel Aviv einige Tageszeitungen vom Vortag, erinnerte sich der politischen Linie des KURIER und begann. Ein paar Berichtsteile waren rasch abgeschrieben, ein paar politisch korrekte Sichtweisen ebenso rasch eingefügt. Und schon war ein linientreuer Artikel für den KURIER fertig. Ist ja nicht nötig, selbst in einer Gefahrenzone zu recherchieren.
Die Garnierung des Artikels durch ein großformatiges Bild, ohne dessen Urheber zu nennen, war dann nur mehr eine läßliche Sünde.
Die Jerusalem Post schreibt zu realistisch, zuviel Blut darf man den zahmen Österreichern nicht zumuten. Also werden Einzelheiten des Anschlags weitgehend ausgeblendet. Israels Verteidigungsminister – der Vorwurf darf nicht fehlen! – habe sofort radikale Elemente aus dem Gaza-Streifen beschuldigt. Eine solche Beschuldigung wäre unnötig gewesen, es war genau bekannt, wer den Anschlag geplant und organisiert hatte.
Reporter Jessen versteigt sich zu dem politisch korrekten Statement, die (Terror-Gruppe) PRC agiere unabhängig von der Hamas. Im Gaza-Streifen – und unabhängig von der Hamas? Wäre ein Terroranschlag nicht ein durchaus ernstes Thema, hätte Norbert Jessen für diese Zumutung lautes Gelächter geerntet.
Doch kommt es noch besser. Für die Hamas wären die Angriffe ungelegen gekommen, meint Jessen. Schießt sich damit ins Unglaubwürdige. Jessen kannte offenbar noch nicht die aktuelleren Meldungen vom selben Tag. Führende Hamas-Funktionäre hatten ihre Ungelegenheit dadurch bekundet, den Terroranschlag zu begrüßen. Rein zufällig waren am selben Tag von der Hamas etliche Raketen abgefeuert worden. Nicht weniger ungelegen kündigte die Hamas sofort eine „Waffenruhe“ auf, an die sie sich ohnehin nicht gehalten hatte.
Saad Katatny, einer der Führer der Muslim-Bruderschaft in Ägypten und Generalsekretär ihrer neuen Partei FJP, verdammte sofort den unmotivierten Angriff Israels auf ägyptische Soldaten und sicherte der Hamas volle Unterstützung zu.
Die Ausschaltung der Organisatoren des Anschlags durch einen Luftangriff würzte Jessen mit einer Rand-bemerkung, sechs Palästinenser seien gestorben, darunter ein Kind. Quelle? Hamas. Objektive Bestätigung? Keine. Allein die Umschreibung von Terroristen mit „Palästinenser“ ist schon manipulativ genug.
Vollmundig verkündet Jessen dann, die politische Wende in Kairo habe zwar zu einer Schwächung der Zentralgewalt geführt, nicht aber zu einer generellen Bereitschaft, Angriffe gegen Israel zu dulden. Kompletter Unsinn, seit die großangelegten Waffenschiebungen der Muslim-Bruderschaft aus Libyen zur Hamas bekannt geworden sind, die dem fast völligen Zusammenbruch aller Sicherheitsstrukturen in der Sinai-Region folgten.
In einem Seitenkasten wird dann noch behauptet, um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, seit Mitte 2008 sei die „Ruhe“ nur drei Mal gebrochen worden. Eine beachtliche Behauptung eines Journalisten, der – wie er sagt – seit 20 Jahren aus Tel Aviv berichtet. Schon das regelmäßige Studium lokaler Medien hätte ihn eines Besseren belehrt.
Die medialen Fronten sind wieder einmal geklärt. Nichts anderes war der Zweck der Show. Die unschuldige Hamas blieb als Opfer übrig; als Ansporn für Österreicher und andere europäische Länder des Bot-Netzes, neuerlich für Spendennachschub zu sorgen. Die Drahtzieher der Aktion, in Kairo, lachen sich dezent ins Fäustchen.

(Patriz Hohenstein)

About these ads

One Response to „KURIER“ in Schieflage

  1. Biral says:

    Widerlich auch das Gesülze des Rotfunks ORF. Der schreibt:
    “Israel hatte nach dem Anschlag im Badeort Eilat mit acht Toten den Gazastreifen angegriffen, weil es vermutet, dass die Attentäter von dort kamen”,
    weil ein parteigesteuertes Medium nicht zugeben kann, dass genau bekannt ist wo Terroristen sitzen.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s