Ein politisch korrekter Vergleich

 

Scenario  1:

Usama bin Laden, Leiter einer weit vernetzten Terror-Organisation namens al-Qaeda, verantwortlich für zahllose Anschläge mit etlichen tausend Toten, wird nach jahrelanger Suche aufgespürt. Soldaten der USA dringen in einer Kommando-Aktion in sein Refugium ein, eliminieren den Terrorchef und sammeln reichhaltiges Material ein. Bin Ladens Leiche wird auf hoher See entsorgt.
Weltweiter Aufschrei, Massenproteste, Gutachten, Klagen, was nur denkbar: Die amerikanischen Mörder haben einen Verdächtigen hingerichtet, ohne ihm ein ordentliches Gerichtsverfahren zu bieten! Inhuman! Völkerrechtswidrig! Wütende Proteste kommen unter anderem von der Muslim-Bruderschaft, die al-Qaeda ursprünglich ins Leben gerufen hatte. Wütende Proteste kommen von Amnesty International und ähnlichen NGOs (die Terroristen gern mit Menschen verwechseln).

Moammar Gadhafi, schillernder Diktator Libyens, selbstgestylter Revolutionär, hatte Jahrzehnte lang Top-Terroristen und Massenmörder wie Yasser Arafat und Sabri al-Banna unterstützt, selbst Terror-Anschläge befohlen. Daheim führte er seit 30 Jahren erbitterten Krieg gegen die Islamisten im Osten Libyens. Mit umfangreicher militärischer Unterstützung ausgerechnet der NATO siegen letztlich die Islamisten der Muslim-Bruderschaft über Gadhafi. Dieser wird auf offener Straße erkannt, auf brutalste Weise vom Mob gelyncht, sein Körper durch die Straßen geschleift.
Stille. Schweigen. Niemand rührt sich. Niemand protestiert. Keine Gutachten. Keine Klagen. Keine internationalen Anzeigen. Amnesty International und andere NGOs urlauben, äußern sich erst nach verwundertem Drängen. Sehr vereinzelte Medienstimmen, die vorsichtig darauf hinweisen, eigentlich wäre Gadhafi vor Gericht zu stellen gewesen, werden niedergebrüllt. Ein Terrorist, ein Dikator war er! Hat kein Verfahren verdient!

Scenario  2:

Seit Jahren schon werden gefährliche Terroristen in einem separaten Lager des US-Stützpunktes Guantanamo verwahrt. Ihre Gefährlichkeit zeigt sich an den paar Freigelassenen, die sofort weiter bombten und mordeten.
Immer wieder protestieren Gutmenschen aus aller Welt, man könne diese armen Unschuldigen doch nicht einsperren! Könne ihnen nicht religiöse Riten verweigern. Müsse sie entweder gleich freilassen oder in normale Gefängnisse stecken. Müsse ihnen den Zugang zu liberalen Richtern ermöglichen, den Armen. Die US-Bewacher seien wie Nazi-Schergen, heißt es.

In Libyen wurden von den Islamisten – bisher – mehr als 15.000 (angebliche oder tatsächliche) Anhänger Gadhafis ermordet. Regelrecht Jagd wird auf Schwarze und auf Tuareg gemacht, die der Kollaboration mit Gadhafi beschuldigt werden. In den nächsten Monaten, dann ungebremst und unbeachtet von der lästigen ausländischen Öffentlichkeit, wird die Zahl dieser Opfer noch beträchtlich ansteigen. In Lagern werden von den Islamisten mehrere tausend Menschen gefangen gehalten, unter unmenschlichen Bedingungen. Sie werden nach allen Regeln der Kunst geschlagen und gefoltert, dazu wurden „Spezialisten“ aus Nachbarländern eingeflogen.
Stille. Schweigen. Kein einziger Gutmensch sagt auch nur das leiseste Wörtchen gegen diese Zustände. Keiner fordert Freilassung, ordentliche Verfahren, Zugang zu Anwälten. Die Täter werden als Befreier gefeiert, in Propagandafilmen gepriesen.

Scenario  3:

Eine von der Milli Görüs gegründete Gruppe wirbt in der Türkei eine Gruppe von Söldnern für die Hamas an. In einer propagandistisch und finanziell sehr gut vorbereiteten Aktion fährt die Mavi Marmara mit ihrer sogenannten Gaza Flotilla Richtung Gaza-Streifen, um angeblich humanitäre Güter zu liefern. Israelische Soldaten verhindern das Unternehmen (in einem schlecht geplanten Zugriff), es kommt unter den schwer bewaffneten und aggressiven Söldnern zu Toten.
Israel wird von der Weltöffentlichkeit verdammt. Massenproteste, dutzende Gutachten, zahlreiche NGOs verurteilen diesen „brutalen Angriff auf friedliche Zivilisten“. Unter den Lautesten ist die Türkei – deren Image empfindlich gelitten hat, nachdem die Vorbereitungen und die Ziele dieser Gaza-Flotilla bis in Regierungskreise bekannt gewesen waren. Besonders kritisiert wird, Israel hätte zivile Schiffe in internationalen Gewässern angegriffen, das sei Piraterie. Extremisten rufen überall zu Spendensammlungen auf, weil doch die Hilfsgüter nicht die notleidende Bevölkerung in Gaza erreicht haben.

Die PKK, eine kommunistische Kurden-Organisation, die gegen Türken kämpft, verübt einen Anschlag. Die Türkei macht traditionell keinen Unterschied zwischen Kurden und PKK. Kurden seien Terroristen, heißt es locker aus Ankara. Türkische Flugzeuge bomben Kurdendörfer im Iraq nieder. Die eine oder andere PKK-Stellung mag auch darunter gewesen sein. Türkische Soldaten marschieren im Iraq ein, verfolgen die PKK, töten 49. Oder Kurden? Ihnen egal.
Stille. Schweigen. Niemand kritisiert die Türkei für ihre militärischen Grenzüberschreitungen. Niemand rührt sich und zeigt hin, nicht alle Kurden sind doch PKK. Die Türkei kritisieren? das schon gar nicht. Dann hätte man sofort wilde Proteste in den türkischen Kolonien europäischer Länder.

Sollen diese Beispiele zum Nachdenken anregen? Eher nicht. Denn jene, die darüber nachdenken sollten, wären zu einer solchen Tätigkeit schwerlich imstande.

 

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