Der unnötigste Dienstposten in Österreich

Österreich hat sich in den letzten vier Jahrzehnten durch verantwortungslose Verschuldungspolitik ein beachtliches Defizit erwirtschaftet. Viele Jahre wird es brauchen, das annähernd in den Griff zu bekommen. Das hoch verschuldete Österreich sollte deshalb sparen.
Flott gesagt, aber niemand scheint daran zu denken. Das unantastbare Staatskulturerbe Öffentliche Verwaltung trotzt jedem kleinsten Versuch einer Renovierung. Um selbst Ansätzen entgegen zu steuern, wurde ein neues Gebiet geschaffen, in das man locker einige hundert Millionen Euro hineinpumpte und zahlreiche neue Dienstposten schaffen konnte.
Das Gender Mainstreaming.
Ein inhaltsleeres Schlagwort, das die dahinter stehende Absicht verdecken soll. Nämlich, das Diskriminierungs-verbot der Verfassung außer Kraft zu setzen und für Frauen aufgrund ihres Geschlechts Vorteile zu schaffen. Gerade im öffentlichen Dienst kommt solches gut an, haben die Frauen dort immerhin jetzt schon ein beachtliches Übergewicht.
Der skurrilste und mit weitem Abstand unnötigste Dienstposten dieser Art wurde mit der Genderbeauftragten für das Bundesheer installiert. Nicht allzu verwunderlich, läßt Sportminister Norbert Darabos doch keine Gelegenheit aus, das von ihm intensiv abgelehnte Bundesheer weiter zu verunstalten.

Der einzige Bezug, den Genossin Amtsdirektor-In Silvia Moosmaier zu militärischen Angelegenheiten hat, war anscheinend die Standard-Floskel der Partei seit vielen Jahrzehnten – das Bundesheer habe 1934 auf die Arbeiter geschossen. Deshalb abschaffen!
Was soll die Genderbeauftragte nun eigentlich bewirken? Das Bundesheer frauenfreundlicher machen? Sprich, noch weniger effizient? Um jede Wiederholung von 1934 auszuschließen? Dazu hätte es keiner Gender-beauftragten bedurft.
Um die Regeln der deutschen Sprache auch beim Bundesheer ins Absurde zu führen? Ja, wenn man liest, „Von der Panzerkommandantin bis zur Sanitäterin, von der Militärpilotin bis zur Technikerin – die Wehrdienstberater des Heerespersonalamtes planen gerne mit Ihnen Ihren optimalen Karriereweg“ – dann bleibt Frau Moosmaier noch viel Arbeit. Denn in dieser gender-sprachlichen Gestaltung würden doch Männer den Karriereweg der Frauen planen! Pfui!
Amtsdirektor-In Moosmaier möchte den Frauenanteil im Bundesheer an Frankreich anpassen, dort seien es 15 Prozent. Niedlicher Vergleich. Aber … wenn es heiß wird, wen schickt Frankreich dann? Pech, Frau Moosmaier. Keine Frauenbataillone, sondern die Männerregimenter der Fremdenlegion. Als Vorbild also sehr wackelig.
Als politisch korrekte Beamtin liest natürlich auch die Genderbeauftragte nicht die Bundesverfassung. Da kommen dann schon solche Sager, wie „Schon einige Österreicherinnen haben den Wehrdienst mit einem Dienstgrad, der höher als Rekrut ist, beendet und sind nicht mehr Soldatinnen. Für diese Frauen kommen sowohl Miliztätigkeiten, als auch der Auslandseinsatzpräsenzdienst in Betracht.“ Nicht sehr nett, wenn eine für das Bundesheer zuständige Beamtin nicht einmal den Artikel 79 kennt: „Dem Bundesheer obliegt die militärische Landesverteidigung. Es ist nach den Grundsätzen eines Milizsystems einzurichten.“
Darüber, ob Soldaten mit einem höheren Dienstgrad dann keine Soldaten mehr wären, diskutiert man besser nicht mit einer Zivilistin.
Zur Frage, ob sexuelle Belästigung beim Bundesheer ein Thema sei, fallen der Genderbeauftragten, ideologisch korrekt, die bösen Fotos von Pin-Up-Mädchen ein, die an den Spinden hängen. Einfach unerträglich sexistisch, wenn Soldaten einmal einen Blick auf nette Mädchen werfen wollen.
Und dann noch verbale Anzüglichkeiten Frauen gegenüber! Obwohl es gerade dabei ein großes Betätigungsfeld für sie gäbe. Muß eine Soldat-In einen Vorgesetzten grüßen? Ist die Zurechtweisung, wenn sie es nicht tut, dann eine verbale Anzüglichkeit? Immerhin, auch schon vorgekommen.
Zur Rolle der Frauen beim Bundesheer findet die Inhaberin dieses skurrilen Dienstpostens passend skurrile Vergleiche. Natürlich brauche es Frauen beim Bundesheer. Denn beispielsweise bei einem Erdbeben könnten doch muslimische Frauen, die sich von keinem Mann angreifen lassen dürften, nur von Frauen aus den Trümmern gerettet werden.
Spätestens hier steigt „mann“ aus der Sache aus. Erstens käme nämlich das unvermeidliche Szenario – Soldat findet verletzte Frau unter Trümmern, fragt „Du Muslimin? Ich Dich nicht retten dürfen.“ Zweitens die weiterhin politisch ungelöste Frage – warum müssen Soldaten zu diesen Hilfeleistungen herangezogen werden? Überlaßt das den Zivildienern, nehmt Frauen für den Zivildienst auf (was sich bei einer Quote von bereits rund 10 Prozent Muslimen in Österreich und der damit erhöhten Quote an Unfallopfern anbietet), gebt dem Oberzivildiener Norbert Darabos auf diesem Weg einen neuen, und ehrlichen, Verantwortungsbereich.
Damit wäre allen geholfen. Vor allem der Landesverteidigung. Und die Genderbeauftragte könnte dann kantenlos zum Zivildienst wechseln. Ohne Bedrohung durch Pin-Up-Girls. Oder der Dienstposten könnte eingespart werden. Womit wir wieder beim Sparen sind…

(P. Ehrenreich, InfoO)

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