Brandheiße Polit-Inszenierung

Innsbruck – Die österreichische Bevölkerung ist verunsichert; immer absurder, immer gewalttätiger werden die Aktionen radikaler junger Linker. Finden sie keinen „Feind“, dann erfinden sie ihn.
In einschlägiger Erinnerung ist noch der Ex-Juso-Chef von Bruck an der Mur, Sebastian Seidlitz. Der hatte auf der Seite eines Genossen ein Kampflied gepostet:

„Die Welt wird brennen wie Sterne am Horizont Banken Villen Parlamente alles ist bis auf die Grundsteine abgebrannt… Die Krise sie wird uns alle schnappen doch wir lassen uns nicht mehr täuschen durch die ganzen Politattrappen es wird Zeit aufzustehen auf die Straße zu gehen und ein jeder wird verstehen dass die Reichen bald ihr Ende sehen…. Angesicht zu Angesicht werden sie geschlachtet und ihre Gründe an Obdachlose verpachtet wir werden sie entmachten diese Schweine wie sie über uns lachten doch ihren Reichtum werden wir uns stehlen danach werden wir sie quälen…… Reiche entmachten jetzt!!“

Der steirische SJ-Chef Max Lercher hatte sich damals empört gezeigt – aber erst danach. Gerade die SJ sei eine pazifistische Organisation, hatte er dazu gemeint, Aufrufe zu Haß und Gewalt würden nicht toleriert. Unbekümmert verkündete seine SJ dazu: „Hiebe für die Reichen, Marihuana für das Volk!“. Selbstverständlich blieb die Staatsanwaltschaft Leoben mäuschenstill. Nur nichts gegen die eigene Partei unternehmen.
Wenn der gewaltbereiten linken Jugend die zu schlachtenden Reichen ausgehen, muß der Erzfeind her. Die SJ-OÖ beklagt, im gesamten Bundesgebiet und vor allem in Oberösterreich werde sehr verharmlosend mit dem Thema Rechtsextremismus umgegangen. Das nehmen sich „Aktivisten“ österreichweit zu Herzen. Rechtsextremismus? Einfach definiert – alles, was nicht im eigenen Lager steht. Wohl in Ermangelung extremer Rechter kam man in Innsbruck auf die Idee, anschaulicher zu handeln.

In einem Bahnbogen in Innsbruck betreiben linke Jugendorganisationen ein Aktionslokal der SPÖ. Der Verband Sozialistischer Studentinnen Innsbruck (VSStÖ), die Aktion Kritische Schülerinnen Tirol (AKS), Junge Sozialistinnen und Sozialisten Tirol (JUSOS) und die Kommunistische Jugend Österreichs (KJÖ) treffen sich dort und planen. Manchmal entgleist diese Planung.
OTS-Meldungen ließen aufhorchen. Anarchie in Innsbruck?

OTS Jusos - - OTS AKS

Der Innsbrucker KPÖ-Chef Josef Stingl erzürnt sich auf seiner Vereins-Seite inzoom.info: Viermal hätten sich Unbekannte gewaltvoll Zugang zu dem Versammlungsort von Jugendlichen zwischen 15 und 28 Jahren verschafft. Die Täterinnen hätten ein Fenster eingeschlagen und alles verwüstet. (Anm.: Die Tiroler Tageszeitung veröffentlichte eindrucksvolle Bilder von den Zuständen im Vereinslokal.) Eindeutig sei die politische Motivation hinter den Anschlägen; Plakate seien von den Wänden gerissen und angezündet worden, an ihrer Stelle seien nun dutzende Hakenkreuze zu sehen!
Fantasievoll wird geschildert, Jugendliche hätten sich im Vereinsraum versammelt, während sich Attentäterinnen unbemerkt Zutritt verschafften und weitere Hakenkreuze an die Wände verteilten. Als später zwei der Jugendlichen schon schliefen, seien die Täterinnen zurückgekehrt und hätten ein Sofa angezündet!
Die Jugendorganisationen AKS, JUSOS, VSStÖ und KJÖ zeigten sich über dieses Demokratieverständnis entsetzt:
Wer weiß, ob die zwei aufgewacht wären, hätte nicht eine unbekannte Person einen Wahrnanruf getätigt. Darf es denn sein, dass sich Jugendliche aufgrund ihrer ideologischen Überzeugungen ihrer körperlichen Unversehrtheit nicht mehr sicher sein können?“ zeigte sich Christina Kaiser, Vorsitzende der AKS, schockiert. „Hier wurde das Leben zweier Menschen riskiert und genau dieses Kennzeichen rechter Gewalt zeigt wie gefährlich sie ist.“ schließt sich Christina Müller, Vorsitzende des VSStÖ Innsbruck, an. „Rechtsextreme Gewalt ist nicht mehr ein seltenes Randphänomen, der Anschlag von Freitag auf Samstag zeigt aber einmal mehr zu was rechtsextreme Gewalttäterinnen bereit sind. Hier geht es nicht mehr um eine politische Motivation, hier geht es um Menschenleben!“ pflichtet Luca Tschiderer bei, Vorsitzender der JUSOS Tirol. Dieser Fall müsse lückenlos aufgeklärt werden. „Trotz alledem werden wir es uns nicht nehmen lassen, weiterhin eine starke antifaschistische Arbeit in Innsbruck und in Tirol zu leisten!“ schließen Kaiser, Müller und Tschiderer unisono.
Marko Miloradovic, Funktionär der Sozialisten, verurteilte den Brandanschlag, sprach von versuchtem Mord. Eines der Beinahe-Opfer schilderte: „Während wir schliefen, schlichen sich die Täter in die Räumlichkeiten und setzten das Sofa, neben das wir uns hingelegt hatten, in Brand. Nachdem uns eine unbekannte Person mit einem Warnruf geweckt hatte, bemerkten wir, in welcher Gefahr wir uns befanden.“ Die 17-jährige ist schockiert, es könne doch nicht sein, daß sie aufgrund ihrer politischen Einstellung Angst um ihr Leben haben müsse.

Eindeutig ist Christina Kaisers Schilderung am bewegtesten. „Schon während Aktivistinnen der AKS sich zu einer Diskussionsrunde trafen, verschafften sich die Attentäterinnen unbemerkt Zutritt und hinterließen rechte Symbole“, verkündet sie.
Offenbar liest niemand mehr die Flut von OTS-Aussendungen. Sonst wäre die Frage unvermeidlich gewesen: Was taten diese Aktivistinnen eigentlich, wenn sie weder die Hakenkreuze an den Wänden noch den Zutritt Unbekannter noch das (weitere?) Besprühen der Wände bemerkten? Dem unter der Hand geäußerten Verdacht, es seien Drogen im Spiel gewesen, steht natürlich die berühmte Unschuldsvermutung entgegen.
Wissentlich hätten die vermutlich rechtsextremen Täter auch den Tod der beiden schlafenden Jugendlichen in Kauf genommen! Hier stolperte die sorgfältige Planung die Stiege hinab.

Das zweite Beinahe-Opfer, ein 18-jähriger „Aktivist“, durfte bei der polizeilichen Vernehmung eingestehen, den Brand selbst gelegt zu haben. Er wollte damit höhere mediale Aufmerksamkeit für geplante Presseaussendungen erhalten, sagte er. Welches Ziel er zweifellos erreichte. Eine echt pazifistische Aktion im Sinne Max Lerchers, sozusagen. Wer das Lokal „verwüstet“ hatte und ob dessen Zustand nicht eher eine Folge hitziger Diskussionsrunden war, kam noch nicht heraus.
Sophia Reisecker, Funktionärin der Sozialisten, wies diese Vorwürfe zurück: Selbstverständlich würden in dem (SPÖ-)Vereinslokal keine klinischen Sauberkeitszustände herrschen, aber sie sei sich absolut sicher, niemand aus der Partei sei dafür verantwortlich. „Niemand von uns würde Hakenkreuze an die Wand schmieren, das Fenster einschlagen, Plakate abreißen und anzünden, Heizkörper aus dem Obergeschoss werfen, Regale umwerfen, Materialien und Bücher unter Wasser setzen“, sagt Reisecker.
Also doch Unbekannte? Eher nicht. Doch dem rührigen Aktivisten droht weiteres Ungemach. Neben Brandstiftung, Vortäuschung einer Straftat, Körperverletzung, etc. droht ihm auch ein Verfahren wegen Wiederbetätigung. Immerhin hatte er vorsätzlich Hakenkreuze geschmiert oder aufgesprüht. Wenn nicht die Hakenkreuz-Orgie schon während der Diskussionsrunde inszeniert worden war – deren Teilnehmerinnen das schwerlich übersehen haben konnten. Marko Miloradovic bestreitet heftig eine vorsätzliche Wiederbetätigung, sie kam ja nicht von rechts. Begangen von links, soll es dann keine Straftat sein?

Die gesamte Aktion ist nicht ganz unverständlich. Die junge Linke bereitet sich gerade auf das Antifaschismus-Seminar der Sozialistischen Jugend Österreich im Europacamp am Attersee vor, das vom 11. bis 13. Mai 2012 stattfinden soll. Wenn man die Vielzahl linksradikaler Seiten im Web durchblättert, besteht wenig Aussicht, daß die Aktivistinnen bei einem solchen Seminar lernen werden, auf derlei Blödheiten zu verzichten.
Viel Aussicht dagegen besteht, daß die österreichische Geschichte weiter umgeschrieben wird. Nicht nur können die jungen Linken Faschismus und Nationalsozialismus nicht auseinander halten. Sondern dort soll immerhin auch thematisiert werden, Engelbert Dollfuß habe dem Nationalsozialismus in Österreich den Boden geebnet und dadurch einen „blutigen Bürgerinnenkrieg“ ausgelöst. – Nicht umsonst sind junge Linke so sehr gegen Benotung in der Schule.
Werden die Behörden diesem Treiben weiterhin tatenlos zusehen?

(Chr. Mayr)

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