Deutsche Terroristen nach Ägypten

Durch die Machtübernahme der terroristischen Muslim-Bruderschaft in Ägypten bietet sich eine überraschende Erweiterung für Islamisten in Europa. In früheren Jahrzehnten waren zahlreiche Muslimbrüder aus Ägypten und arabischen Staaten nach Europa geflohen, hatten hier eine umfassende Organisation aufgebaut, um das politische Leben in Europa beeinflussen zu können. Der Aufwand zahlte sich aus.
In relativ kurzer Zeit – und mit kräftiger Unterstützung europäischer Regierungen – wurden mit Tunesien, Libyen und Ägypten wichtige Staaten übernommen, kämpft die Muslim-Bruderschaft auch in Syrien darum, das Land unter ihre Kontrolle zu bringen. Das Ziel ist schon lange angesagt: Ein neues Kalifat, einen islamistischen Staat im gesamten Bereich Nordafrika und Mittlerer Osten zu errichten und als nächsten Schritt ganz Europa zu übernehmen. „Tod den Ungläubigen“ heißt es seit Hassan al-Banna, an diesem Motto hat sich nichts geändert.
Die Machtübernahme der Muslimbrüder in Ägypten ließ dort den Sicherheitsapparat weitgehend zusammen brechen. Der durch massiven Wahlbetrug an die Macht gespülte Muhammed Morsi kann sich auf den bekannten Terror seiner Organisation stützen. Politische Gegner werden aus dem Weg geräumt; gehen sie nicht freiwillig, so verschwinden sie weniger freiwillig. Die Beseitigung der Armeespitze und die damit verbundene (aber in europäischen Medien verschwiegene) Säuberungswelle in den ägyptischen Streitkräften läßt zunehmend weniger Alternativen zu.
Pakistan ist zu weit weg, die Bedrohung durch US-Drohnen zu hoch. Deshalb wurden nun in Ägypten sehr „hautnah“ an Europa neue Ausbildungs- und Schulungslager für europäische Islamisten errichtet. Der Ruf ging aus, wurde über die islamistische Medien-Viefalt verbreitet: Kommt, bereitet euch mit uns auf den Kampf vor! Und sie kommen.

Der österreichische Terrorist (wir nennen die Dinge beim Namen) Mohamed Mahmoud hatte sich nach Verbüßung seiner Haftstrafe nach Deutschland abgesetzt, hatte dort in neuen Medien für den Jihad aufgerufen. Das von ihm mitbegründete Netzwerk „Millatu Ibrahim“ zeigte Flagge: „Eure Demokratie ist ein Götze.. und Götzen werden im Islam zerstört.. Dies taten unsere Propheten Ibrahim und Muhammad und nach ihnen unsere Brüder die Taliban..“
Nach dem Verbot der „Millatu Ibrahim“ im Juni 2012 sollte Mahmoud ausgewiesen werden. Er entging dem, indem er selbst nach Ägypten reiste, um eine deutsche Islamisten-Zelle aufzubauen. Von dort predigt er per Internet nicht minder deutlich: „Ich werde Deutschland nur in einem einzigen Fall betreten“, so Mahmoud, „Als Eroberer, um die Scharia in Deutschland einzuführen! Ich bleibe nicht in einem Land, um unter den Kuffar (Ungläubigen) zu leben!“ Mahmoud ruft nun seine Anhängerschaft zu sich. In Deutschland würden Muslime verfolgt und bekämpft werden, warnt er. Die „Hijrah“, die Auswanderung in ein islamisches Land wie Ägypten, sei daher die religiöse Pflicht eines jeden Muslims.
Seinem Freund und Mitbegründer der „Millatu Ibrahim“, Denis Cuspert alias Deso Dogg gelang trotz Beobachtung durch die Berliner Polizei, zunächst innerhalb Deutschlands unterzutauchen. Eine bundesweite Fahndung inklusive Haftbefehl wurde eingeleitet. Schon kurze Zeit später stand fest: Cuspert ist nun ebenfalls in Ägypten. Cuspert, der durch seine Aufrufe zum bewaffneten Jihad aufgefallen war, nennt sich jetzt Abu Maleeq und Abu Talha al-Almani. Der Verfassungsschutz war weniger erfreut über diese Polizeipanne. In Kairo wurde der Berliner Islamist nun mit seinem Freund Mohamed Mahmoud gesichtet.
Besorgnis herrscht nun, weil sich auch etliche andere „Millatu Ibrahim“-Anhänger nach Ägypten abgesetzt haben. Unter ihnen sind prominente Köpfe der gewaltbereiten Islamisten-Szene, wie der Kölner Ex-Boxer Pierre Vogel, der Konvertit Sven Lau aus Mönchengladbach und Sami Aidoudi aus Tunesien. Aidoudi könne nicht abgeschoben werden, hieß es davor, weil er mit einer Deutschen verheiratet ist. Die Versuche deutscher Behörden, dem mit einem Ausreiseverbot zu begegnen, schlugen jämmerlich fehl. Das verzweigte islamistische Netzwerk, das die Muslim-Bruderschaft sorgsam aufgebaut hatte, verhindert praktisch jede Kontrolle der Reisebewegungen von Terroristen.

Deutsche Behörden haben die Islamisten (meist verschleiert als „Salafisten“ bezeichnet) bereits seit Jahren beobachtet. Auf gut deutsch gesagt: Nichts gegen sie unternommen, sie frei schalten und walten lassen. Die Meinung, der Staat könne keine Vereine dulden, die sich verfassungsfeindlich und antidemokratisch aufstellen, klingt mehr als absurd – wenn man diese Vereine zwar kennt, aber jahrelang nichts gegen sie unternimmt.
Die Unfähigkeit politisch Verantwortlicher zeigt sich noch stärker im Jammern, man wisse nicht, wer in Ägypten wofür das Sagen hätte, mit wem man zusammen arbeiten könne, wer Ansprechpartner seien. Terroristen in der Machtübernahme zu unterstützen und sich dann zu wundern, wenn diese so wenig gespächsbereit und kooperativ sind, ist eine politisches Armutszeugnis, das die Sicherheit der Bevölkerung extrem gefährdet. Es bestehe die Gefahr, daß Ägypten nur als Durchreiseland für diese Islamisten dient und sich Islamisten von dort aus in Terrorlager begeben oder an Kampfhandlungen in Konfliktgebieten teilnehmen, heißt es in Sicherheitskreisen. Innerhalb der Bundesrepublik fiele es den Geheimdiensten vergleichsweise leichter, gefährliche Islamisten zu observieren, wird bedauert.
Ein weiteres Armutszeugnis. Denn schon seit Jahren lassen sich europäische Islamisten vorwiegend in pakistanischen Terror-Camps ausbilden, gewinnen dann in Afghanistan mit den Taliban praktische Kampferfahrung und reisen später nach Europa zurück.
Die Rück-Einschleusung fertig ausgebildeter Terroristen nach Europa ist nicht schwierig. Durch die kopflose und unkoordinierte europäische Asylpolitik können diese Terroristen mehr oder weniger ungehindert nach Europa gelangen – vorzugsweise über Griechenland, Italien – und sich mit neuen Identitäten unschwierig im Strom zehntausender Schein-Asylanten tarnen. Linksextreme Gutmenschen-Vereine sorgen in Zusammenarbeit mit islamistischen Einrichtungen für Finanzierung, rechtliche Absicherung und Weiterverteilung dieser Kader. Da das Dublin-Abkommen weitgehend außer Kraft gesetzt worden ist, besteht auch kaum mehr Chance, eingeschleppte Illegale – politisch korrekt jetzt ebenfalls „Migranten“ genannt – sofort wieder abzuschieben.

Im Ergebnis hat sich die in Deutschland geübte, jahrelange schleimerische Unterstützung und Schönfärberei islamistischer Organisationen als verheerend erwiesen. Die den Sicherheitsbehörden aufgezwungenen politischen Sichtweisen sind schon weit über den Begriff pervers hinaus, liest man die Einteilungen des Verfassungsschutzes für Berlin. „Beobachtet“ werden:
Die Gruppen des „legalistischen Islamismus“, die Gewalt ablehnen, und die „Gewalt ausübenden Organisationen“. Zu den gewaltfreien gehören die „Islamische Gemeinschaft Milli Görüs e.V.“ (2.900 Mitglieder in Berlin) und die „Muslimbruderschaft“ (100 Mitglieder). Bei den Gewalt ausübenden Islamisten (etwa 400 Mitglieder) unterscheidet man noch einmal in Gewalt ausübende und Gewalt befürwortende Gruppen. Gewalt ausübend sind die „Hizb Allah“ und die „Hamas“. Zu den Gewaltbefürwortern (100 Mitglieder) gehören „Hizb ut-Tahrir“, die Iranischen Islamisten sowie „Kalifatsstaat“ (Einzelpersonen).
Wie weit müssen Politiker von der Erde entfernt sein, um die Milli Görüs und die Muslim-Bruderschaft als „gewaltfrei“ zu sehen?
Weshalb werden die international als Terroristen geführten Hezbollah und Hamas nur „beobachtet“? Was ist der Unterschied zwischen Gewalt Ausübenden und Gewalt Befürwortenden? Hizb-ut-Tahir gehört fraglos zu den ersteren; der Unterschied zwischen Hezbollah und islamischen Islamisten existiert sicher nur auf einem Aktendeckel, und der Kalifatsstaat? Der wird nämlich konkret von Hizb-ut-Tahrir angestrebt. Wobei Hizb-ut-Tahrir bekanntermaßen eine Untergruppe der Muslim-Bruderschaft ist, die auch ihrerseits die Errichtung eines neuen Kalifats zum Ziel hat. Das sollen „Einzelpersonen“ sein?
Blind? Blauäugig? Strohdumm? Das Grübeln um die Auswahl ermöglichte den Zustrom junger gewaltbereiter Deutscher zur Islamistenszene, und deren zunehmende Radikalisierung. Die Rückkehr fertig ausgebildeter, in Zellen organisierter Terroristen wird die unvermeidliche Folge dieses politischen Versagens sein.

 

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