Found in Space – Shyster’s Fraud

Gierig, unersättlich, unbelehrbar – Martin Bugelmüller aus Steyr in Oberösterreich kann es nicht lassen.
Seine Vorstrafen, wegen gewerbsmäßigen schweren Betrugs, betrügerischer Krida und diverser anderer Straftaten reichen ihm nicht. Die Verfahren der Rechtsanwaltskammer gegen ihn nimmt er nicht zur Kenntnis. Statt dessen findet sich der nächste Betrug im Web.

Lange warteten die Mitglieder und Interessenten der Juridicum Rechtschutzgruppe auf den direkten Nachfolger des Rechtskommentars von Martin Bugelmüller, dem Schriftsatzmuster für den verwaltungsbehördlichen Schriftverkehr. – – Da der erste Teil des Schriftsatzmusters sehr erfolgreich war und sogar Richtern gut gefallen hatte, wurde nun mit Martin Bugelmüller als Autor der zweite Teil fixiert. Im März 2011 ist der zweite Teil des Rechtskommentars lieferbar!

Für mehrere hundert Euro bietet da ein gelernter Maler einen »Rechtskommentar« an. Bugelmüllers marginale Rechtskenntnisse sind weithin bekannt, sorgen regelmäßig für Gelächter. Am meisten fallen seine sehr fehlerhaften Deutsch-Kenntnisse auf, die er offenbar auch während seiner Haft nicht zu verbessern schaffte. Richtern hätten seine Schriftsatzmuster gut gefallen? Nun, das wäre eher zu bezweifeln.
Der eigentliche Betrug liegt aber tiefer. Seine Schriftsatzmuster sagen sehr wenig aus, sind sehr platt und für sich unbrauchbar gehalten. Die Absicht liegt offen: Martin Bugelmüller möchte damit Leute anlocken, gegen Bezahlung auch noch den ganzen Schriftsatz von ihm erledigen zu lassen. Zwar ist ihm das durch Gesetz und Gericht verboten, doch was stört das einen Bugelmüller, der um teures Geld Leuten ein X für ein U verkauft. Wie nannte es sein Kanzleipartner Dr. Rogler? Ein erfolgreiches »Geschäftsmodell«. Andere nennen es eben schlichtweg Betrug. Gewerbsmäßigen, sozusagen.
Die Qualität seiner Schriftsätze zeigt sich in den zahllosen Klagen, mit denen Bugelmüller um sich wirft. Die grundlegendsten Rechtsbegriffe sind ihm fremd, der Hauptteil seiner Eingaben besteht aus persönlichen Beschimpfungen. Selbst ein Minimum an Sachlichkeit fehlt. Ob das Richtern wirklich gut gefällt, wird sich weisen. Helmut Neuhauser, Richter in Steyr, ist jedenfalls sehr gefragt als Zeuge. Hält er doch schon zu lange seine schützende Hand über Martin Bugelmüller. Dieser merkt nicht einmal mehr, wenn er Gerichten gegenüber falsche Angaben ablegt. Etwa wenn er behauptet, seit Juli 2010 jedes Monat 440 Euro an Unterhalt zu zahlen. Bugelmüllers wenige Unterstützer unter der Richterschaft, wie Günther Grohmann aus Mürzzuschlag, fühlen sich schön langsam auch schon unbehaglich. Irgend wann kommt eine Linie, über die hinaus man die Lügen eines notorischen Berufsquerulanten auch nicht mehr so einfach mittragen kann.
Auch daheim wird es ungemütlich. Martin Bugelmüllers Freundin ist nicht erbaut darüber, ihr eigenes Bankkonto für finanzielle Transaktionen aus der Winkelschreiberei und sonstigen dubiosen Geschäften zur Verfügung stellen zu müssen; die Behörden sind schon aufmerksam geworden. Noch weniger erbaut ist sie, wenn Martin bereits wieder mit der nächsten Freundin unterwegs ist, so kurz nachdem er ein Kind hinterließ. Da sich Bugelmüller beharrlichst jeder ehrlichen Erwerbstätigkeit verweigert, wird auch die nächste Unterhaltspflicht kaum auf legale Weise abdeckbar sein.
Immerhin darf sich Martin Bugelmüller seiner Sonderstellung erfreuen. Alle anderen seien geisteskrank, er allein der einzig Normale. Dieses isolierte Leben ist nicht einfach, da verfällt man schon gern in die Scheinwelt, sich mit den Fischen im eigenen Aquarium zu unterhalten und sich dabei vorzustellen, man sitze in einer Universität und lasse juristische Prüfungen über sich ergehen. Das Luftschnappen der Fische dann als Zustimmung für die eigene (Selbst-) Herrlichkeit deutend, fällt einem Bugelmüller mit seiner krankhaft übersteigerten Geltungssucht am wenigsten schwer. Klein Martin brennt nun darauf, seine überragenden Rechtskenntnisse gegen von ihm heftigst beschimpfte Parteien unter Beweis zu stellen. Die Vorfreude sei ihm gegönnt.

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