Martin Bugelmüller – Shyster in Calamities

Linz, Oö. — Das verständnislose Kopfschütteln über die bemühte Untätigkeit des Steyrer Richters Helmut Neuhauser nimmt österreichweit immer stärker zu. In welche Kalamitäten sein Schützling Martin Bugelmüller völlig unbekümmert schlittert, entschwebt schon jeder normalen Vorstellungskraft. Wird sich Richter Neuhauser noch lange den Pflichten der Amtswegigkeit verweigern können? Oder wird er dem Delinquenten doch einmal beistehen, um ihm die Rückkehr in die Realität zu ermöglichen?
Über Jahre hinweg trieb Bugelmüller ein übles Spiel, bot sich in bedrängender Offenheit als Anwalt an, zockte Leute, die darauf hereinfielen, gnadenlos ab. Alles trotz Unterlassungsurteil. Letztlich reichte es der Rechtsanwaltskammer, sie brachte eine (weitere) geharnischte Klage gegen Bugelmüller und seinen Pseudo-Verein ein. Bugelmüller verkannte seine Lage, wie so vieles andere auch, und verstieg sich, auch noch den Vertreter der Rechtsanwaltskammer zu beleidigen (nicht-PISA-konformer Originaltext):

Wie nun die angezeigte Kanzlei, die bodenlose Frechheit besitzt, mit fingierten Angaben in Exekutions-anträgen, Unterlassungsbegehren zu erlangen, ist mir ein Rätsel und ist die Kanzlei als Rechtsanwalt besonders verpflichtet, ordnungsgemäß die Anträge zu prüfen und nicht sachfremde, nicht in Zusammenhang mit mir stehende Anträge, bei Gericht zu stellen!Es ergibt sich sohin eine Verletzung der Sorgfaltspflicht, was meiner Meinung nach standesrechtlich verwerflich und zu ahnden ist!
Aus den oben genannten Gründen beantrage ich daher die Einleitung eines Disziplinarverfahrens und die Bestrafung der Kanzlei!

Nachdem allgemein gerätselt worden war, wie denn eine Kanzlei zu bestrafen sei, schlug die Kammer mit einer vernichtenden Klagsergänzung zurück. Kein Zweifel wurde gelassen, daß Martin Bugelmüller nicht nur für seine unerlaubte Tätigkeit hohe Beträge kassierte, nicht nur keine Gegenleistung erbrachte, sondern die Geschröpften dann auch noch vor Gericht zerrte.

RAK=Erg

Rechtsanwalt Rogler hatte sich intensiv bemüht, die letzte Gerichtsverhandlung der Kammer gegen Bugelmüller verlegen zu lassen, zu zahlreich hatten sich die Medien angekündigt. Nicht jeden Tag bekommt man ein solches Prachtverfahren vor Gericht serviert.
Wird Rogler noch ein zweites Mal seine Nebeltöpfe durchsetzen können? Oder wird die Verhandlung nun zum neuen Termin endlich ablaufen können?
Zunehmend auffällig ist, daß Martin Bugelmüller fast alle Verhandlungen schwänzt. Sich entweder vertreten läßt, oder andere Termine vortäuscht. Angst vor Pfändungen? Vor Festnahme? Egal, nicht überall wird er sich drücken können.
Bugelmüller liebt es, in seinen eigenen Klagen Beweise anzuführen, vermag diese aber nie vorzulegen. Gern gibt er an, durch “vorzulegendes Urteil” der Rechtsanwaltskammer von Winkelschreiberei freigesprochen worden zu sein. Die Kammer weiß nichts von einem solchen Urteil, wäre auch gar nicht zuständig dafür.
Seine psychische Verfassung, seine Distanz von jeder Realität, zeigt das Winkelschreiber-As noch anderswo. Allüberall preist er seine abgeschlossene Universitätsausbildung an – verlangt jedoch in einigen seiner zahllosen Klagen von anderen die Unterlassung seiner eigenen Behauptung, studiert zu haben. Der Presse gegenüber pries er sich als Rechtsanwalt an; er sei als ständiger Vertreter vor Gerichten und Behörden zugelassen – doch in anderen Klagen bestreitet er selbiges vehement. Zu spät, denn selbst in gerichtlichen Eingaben nannte er sich Sollizitator, damit eine anwaltliche Funktion vortäuschend. Bei anderen würde man sich dieser psychischen Instabilität dringend annehmen, doch Richter Neuhauser verschließt sich (noch) dieser Möglichkeit.
Damit nicht genug. Martin Bugelmüller fährt ohne Führerschein, beschwert sich über die Polizei, die ihm verständlicherweise die Weiterfahrt untersagt, mit der Beschwerde blitzt er beim UVS ab (VwSen-420632/27/Gf/Mu). Frech stellt Bugelmüller sein Fahrzeug für viereinhalb Stunden in Linz gebührenpflichtig ab, zahlt aber nur für eine Stunde. Gegen die Bestrafung beruft er, begründet die Berufung nicht, beantragt Verfahrenshilfe ohne Angabe seiner Einkommensverhältnisse – und meldet das Fahrzeug ab. Zu spät, denn dieses auf ihn zugelassene Fahrzeug war in anderen Verfahrenshilfeanträgen verschwiegen worden. Sein Motto:

Eigenartiges Verhalten des (nach eigener Darstellung) besten Verwaltungsrechts-Experten Österreichs. Detail am Rande: Gegen Martin Bugelmüller, der gern seine Einnahmen aus der Winkelschreiberei verschweigt – als Verein sei er ja nicht steuerpflichtig, meint er – blieben Exekutionen erfolglos (z.B. 12E4010/09m). Seine Behauptungen in mehreren Klagen, er sei nicht insolvent, muten da seltsam an, konnte doch schon früher (14Se235/99b) ein Konkurs gegen ihn mangels Kostendeckung nicht eröffnet werden, einmal abgesehen von seiner Verurteilung wegen betrügerischer Krida.
Sicherlich auch aus diesem Grund wird auch die nächste Zulassung seines Fahrzeuges sofort abgemeldet, sobald das Kennzeichen bekannt wurde. Zulassungen wechseln wie ein Hemd? Kann man schon. Wenn man genügend Bares hat.
Damit natürlich hat Bugelmüller permanente Probleme. Nicht des Geldes wegen, sondern wegen fehlender Transparenz. Er möchte in manchen Verfahren Verfahrenshilfe, die er aber nicht begründen kann. Sonst müßte er seine Einkommensverhältnisse offenlegen, das wäre peinlich. In anderen Verfahren läßt sich Bugelmüller gleich durch mehrere Anwälte auf eigene Kosten vertreten. Wie geht das? Bei einem Schuldenberg von weit mehr als 400.000 Euro, zahlungsunfähig, ohne geregeltes Einkommen, ohne eigenes Bankkonto?
Kleinigkeiten meint Martin B., umgehen zu können. Er führt Exekutionen, mit zweifelhaften Titeln, läßt das eingetriebene Geld an seine Freundin überweisen, die darauf keinen Anspruch hat. Auch das riecht verdächtig nach Betrug.
Bis Jahresende will Martin Bugelmüller elf Fachbücher schreiben und vertreiben. Das Vorhaben läßt Schreckliches erahnen. Den Fachbüchern fehlt fachlicher Hintergrund, mehr noch, die unverzichtbaren Sprachkenntnisse. Wer würde so etwas kaufen? Da nützt auch die Ankündigung von Spenden nichts, wenn man die Mehrwertsteuer einbehält. Der Begriff Datenschutz ist Bugelmüller ohnehin unbekannt, in seinen Büchern bringt er stolz Unterlagen aus laufenden Verfahren. Die Rechtsanwaltskammer sieht die Qualität der Bugelmüller’schen Publikationen ganz cool als nullwertig. Damit ein Einkommen zu erzielen, ist selbst mit der angestrengtesten Vorstellungskraft kaum wahrscheinlich. Gerade dann, wenn noch bittere finanzielle Brocken vor der Tür stehen und die Tage seiner nicht gewerblichen Firma gezählt sind. Da nützt es auch nichts, wenn Martin Bugelmüller den Martin Bugelmüller taxfrei zum Prokuristen der eigenen Firma bestellt.
Auf seinen Webseiten bejubelt Martin Bugelmüller weiterhin einen Sieg nach dem anderen. Freut sich über jede Bestrafung, die er abfängt. Rezitiert genüßlich seine Rechtsmittel. Denen aber meist Wesentliches fehlt: nämlich Substanz. Eines aber fällt immer deutlicher auf: Viele, oft deutlich manipulierte Unterlagen wurden von ihm veröffentlicht. Doch bisher ist kein einziges Verfahren bekannt, das der Vorzeige-Jurist Bugelmüller gewonnen hätte. Auch die Rechtsanwaltskammer wird ihm wenig Chance dazu bieten.
Zehn Jahre lang steht Martin Bugelmüller bereits mit dem Gesetz in Konflikt. Seine verwinkelten Betrügereien und anderen Straftaten füllen dicke Aktenbände. Anstatt nun endlich Ruhe zu geben, sich vielleicht doch einen ehrlichen Job zu suchen, wütet er weiterhin im Internet, gibt sich offen der Lächerlichkeit preis. Das Maß ist voll. Wird “juri“, der beste Jurist Österreichs, das merken, bevor er wieder gesiebte Luft atmen muß?

(Graulicht)

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