Muster vom Fachmann

Linz, Oö — Der beste Rechtsvorsteher des Landes, Martin Bugelmüller aus Oberösterreich, ließ erneut seine Klasse aufblitzen. Nachdem er das letzte Verfahren gegen die Rechtsanwaltskammer gewonnen hat (nichts als ein lästiger Irrtum), erwartete Bugelmüller endlich die begehrte Zulassung als Mitglied der Kammer. Ständig nur als nicht bei der Kammer registrierter Anwalt aufzutreten, macht wenig Spaß.
Das Vertretungsgeschäft ist zur Zeit etwas flau, zu viel Konkurrenz. Große und finanzkräftige Organisationen wie die Volkshilfe unterstützen Illegale und Asylanten, Abschiebungen sind kaum mehr möglich, schon eine kleine Demo genügt zur Verhinderung, der Drogenhandel ist weniger eingeschränkt als früher. Und schließlich, man muß sich ja dem neuen Betätigungsfeld widmen, Limiteds zu verkaufen, und die Freundinnen bei der Stange halten. Da bleibt wenig Zeit, die man vor dem UVS verplempern könnte.
Eine neue Limited soll den Fachbuch-Handel beleben. In der heutigen Zeit, wo professionelle Anwälte immer teurer werden, können nur Juristen wie Bugelmüller wertvolle Hilfe anbieten. Muster für alles und jedes müssen veröffentlicht werden, jeder soll um wenig Geld Anleitungen erhalten, wie Rechtssachen am besten in den Griff zu bringen sind. Um genügend Muster zu erhalten, werden ständig neue Verfahren eröffnet. Ergebnis egal, das Wie ist entscheidend.
Wichtig in jedem Verfahren ist nicht nur das zu erreichende Ziel, sondern auch, wie beseitige ich den Gegner. Das hat Bugelmüller früh erkannt. Zweifellos half ihm dabei sein guter Draht zur Jugendwohlfahrt. Ein probates und gerne verwendetes Mittel ist es, den Gegner einfach besachwaltern zu lassen. Damit erreicht man das Allerwichtigste – man braucht sich nicht in eine Beweisführung einlassen. Einfach nur sagen, der Verfahrens-gegner sei geisteskrank und könne die Tassen in seinem Schrank nicht zählen, und schon kippt man spielend jedes Verfahren.
Dazu veröffentlichte Martin Bugelmüller nun zwei sehr bedeutende Schriftsatzmuster. Das eine zeigt, wie man eine Anregung auf Sachwalterschaft schreibt.

Muster Sachwalter richtig

Mit gewohnter sprachlicher Eleganz und eloquenter Argumentation beweist der Fachbuch-Autor in wenigen Sätzen, wie einfach ein anderer beschrieben werden kann, um ihn direkt vor der Pforte der Baumgartner Höhe abzusetzen. Kein Richter könnte diesem ausgefeilten Schwung widerstehen, eine Besachwalterung ist damit unabwendbar. Besonders wichtig ist auch die Behauptung, der/die andere sei schon besachwaltert gewesen. Kein Richter prüft das nach, aber der optische Eindruck ist wertvoll.
Doch in professioneller Weise zeigt Martin Bugelmüller auch die Kehrseite. Wie man es nicht machen darf.

Muster Sachwalter falsch

Psychische Gründe, sich selbst Schaden zuzufügen, solches Wischiwaschi hat in einer solchen Anregung wenig zu suchen. Dann noch umständlich geschrieben, und auch noch an ein Gericht gerichtet, das solche Anregungen nicht einmal liest – nein, so geht es nicht. Wen in Österreich interessiert eine Einstufung der Weltgesundheits-Organisation? Sicher doch keinen Richter. Bugelmüller liegt richtig, ein schlechteres und ineffizienteres Beispiel könnte es kaum geben.
Exzellente Beispiele wie diese machen richtig Appetit auf weitere Fachbücher. Die Angestellten in der Londoner Vertriebs-Zentrale schwitzen schon jetzt, ihre Zahl wird man bald aufstocken müssen. Jetzt, wo die schikanösen Exekutionen weg sind und man die früheren Erlöse offiziell der Freundin überschrieben hat, kann man sich endlich auch finanziell wieder strecken.
Martin Bugelmüller meint dazu, strahlend: Rechtsanwaltskammer, ich komme!

(Graulicht)

7 Responses to Muster vom Fachmann

  1. MJO says:

    Es kommt noch besser. Mehrere Buchhandels-Vertriebe sind jetzt informiert worden, der Autor Christian Bugelmüller sei bis Dezember 2011 arbeitsmäßig überlastet, könne dann erst liefern.

    Christian Bugelmüller? Pseudonym für Martin? Wer muss jetzt wieder ein halbes Jahr lang seine Freunde in Linz besuchen gehen – Christian oder Martin?

  2. MJO says:

    So schade!
    Die Anwälte werden noch länger auf die begehrten Rechtsmuster warten müssen. Mehrere Buchverlage wurden darauf vertröstet, die Bugelmüller-Fachbücher kämen erst frühstens im Dezember 2011.
    Ob die dann noch verlegt werden können? Die on demand-Druckereien waren jedenfalls nicht glücklich darüber, kein Geld zu sehen. Da wird sicher erst das neue Hostessen-Geschäft abgewartet werden müssen.

  3. Kunde says:

    Schade dass man die Bücher nirgends bekommt. Da werden die Anwälte noch warten müssen.
    Verlage haben die Nachricht erhalten “Leider wurde wegen eines schweren privaten Schicksalsschlags des Autors, die Buchveröffentlichung auf Mitte Juni verschoben (siehe VLB).”

    Dann stimmt es also doch dass der Autor einige Ersatzfreiheitsstrafen absitzen muss?

  4. Vorstand der RAK says:

    Die Österreichischen Rechtsanwaltskammern haben nun beschlossen, jedem Mitglied nahe zu legen, die absolut empfehlenswerten Bücher für ihre Kanzlei zu kaufen.

    Wir sind absolut überzeugt, dass diese Bücher viel zu preisgünstig abgegeben werden, wo doch der herausragende Inhalt für jeden Rechtsanwalt eine bisher nicht dagewesene Garantie des Obsiegens darstellt.

    Wie es allerdings aussieht, wenn in einem Verfahren beide Anwälte der Streitparteien diese Bücher anwenden, kann nicht vorausgesagt werden. Dann wird es für den Richter absolut unmöglich, gegen eine Partei zu entscheiden.

    Die Provision für diesen Werbeeintrag verrechnen wir gleich mit den ersten Mitgliedsgebühren unseres neuen Mitgliedes Martin Bugelmüller.

  5. Vorstand der RAK says:

    Es freut uns aufrichtig, Ihnen mitteilen zu können, dass Herr Bugelmüller rückwirkend per 30.02.2011 24:67 Uhr bei uns in der Rechtsanwaltskammer als außerordentliches Ehrenmitglied aufgenommen wurde.

    Soferne er nun die Mitgliedsbeiträge pünktlich bezahlt, steht seiner Tätigkeit als Anwalt nichts mehr entgegen!

    Wer braucht schon ein Studium oder eine bestandene Anwaltsprüfung?

  6. Obama sin Laden says:

    Der Grund ist wahrscheinlich ein anderer: Die Suche nach neuem Klientel.
    Schubhäftlinge, Drogenhändler und Alkolenker wurden von Martin Bugelmüller schon abgezockt. Vielleicht ist mit Terroristen noch ein Geschäft zu machen, aber an die muss man ja zuerst irgendwie rankommen, oder ? Also braucht man einen Köder.

  7. Na echt! says:

    Martin Bugelmüller meint nun, alle die ihm im Weg stehen, müssten sich vor Terroristen fürchten. Will Martin damit das Erbe von Osama antreten? Martin bin Laden? Will er alle, die er als Gegner sieht, dann nicht nur besachwaltern lassen, sondern auch noch in die Luft jagen? Aber Martin!

    Leider darf Martin Bugelmüller nicht mehr bei Gerichten und UVS vertreten. Die Beachtung geht ihm ab. Also veröffentlicht er seine Gerichtstermine, in der Hoffnung, die Scharen anzulocken, um den großen Rechtsvertreter in seiner Paraderolle zu sehen. Ob dann auch alle jene kommen, die er ständig mit Klagen eindeckt?