Ein erotisches Naturtalent

Frauen jammern gerne, Aufstieg und Karriere würden ihnen schwer gemacht, seien mit Familie nicht vereinbar. Männer würden sie nicht akzeptieren, würden nur auf fachliche Qualifikationen achten. Kinder seien ein Karriere-Hindernis, aber machmal notwendiges Übel, um sich in der Männerwelt emporzuarbeiten.
Feministinnen haben diese krasse Benachteiligung von Frauen schon lange erkannt, fordern vehement die Abschaffung jeder fachlichen Qualifikation in allen Bereichen, die Abschaffung jeder Ausbildungs-Benotung. Diese unnützen Schikanen wären durchgehend durch Quotenregelungen zu ersetzen. Klar, warum denn kompliziert, wenn es einfacher auch geht.
Einzelne Frauen pfeifen auf diesen Unsinn, auf Qualifikation, auf Quoten. Sie setzen sich selbst durch, wissen sich auf die richtige Seite zu stellen, können abwarten, bis sich ein Weg öffnet, um nach oben zu kommen. Nicht locker lassen, mit Talent geht es auch.
Jasmine Forcher war als Disco-Biene bekannt: Rauchen, Trinken, Freunde, was eben so dazu gehört. Sie machte die Handelsschule, schreibt sie, arbeitete als Rezeptionistin. Das lastet nicht aus, bringt nicht weiter. Da ist dann schon einmal der Falsche dabei, der den Ehrgeiz nicht befriedigen kann.

Deshalb heißt es, sich in Szene setzen, sich anbieten, bis etwas besseres anbeißt.

Das funktonierte. Martin aus Steyr war groß, stark, gut aussehend, meinte sie, gab mit beiden Händen Geld aus, hatte Ideen. Martin war zuerst weniger erfreut, als sich Jasmine anhängte, ihre Vergangenheit war eher vielfältig. Doch sie ging bereitwillig auf seine Forderungen ein, wartete ihre Chancen ab, die bald kamen.
Freund Martin war ein alter Ganove, hatte seit seiner Lehrzeit kein ehrliches Geld verdient, davon aber genug. In wenigen Jahren rund 150.000 Euro schwarz zu erwirtschaften, schafft nicht jeder. Martins Pech, aber Jasminens Glück, war dann auch die unvermeidliche Folge – Martin mußte hinter Gitter. Jasmine Forcher, nicht auf Mund und Kopf gefallen, warf ihren untauglichen Job weg und zog sofort in die für länger leer stehende Wohnung.
Martins Mutter Heide sah weniger gern, wenn in die Wohnung ihres Sohnes sang- und klanglos gleich die nächste Freundin einzog. Da zeigte sie Jasmine auch schon an, diese ließe die Wohnung verwahrlosen und sei unsauber. Wo Mutter Heide doch ihrem Sohn das Gegenteil beigebracht hatte – immer mehr scheinen als sein.
Martin sanierte die Sache, hatte er doch hochfliegende Pläne, in die sich der Ehrgeiz einer Jasmine Forcher gut einfügen ließ. Außerdem tat es gut, wieder jemanden daheim zu haben, nachdem seine Ex die Haftstrafe wenig erfreulich gefunden hatte.
Bereitwillig ließ sich Jasmine Forcher in die Geheimnisse des Geschäftserfolges von Martin einführen. Gründe einen Verein, führe ihn steuer- und registrierungsfrei als Firma, und Du scheffelst.
Die talentierte Jasmine brachte eine vertraute Schiene ein. Eine Freundin erzählte, Jasmine sei schon früher leicht zu haben gewesen, aber nicht umsonst. Diese Erfahrungen wurden sofort in die Praxis umgesetzt, als Freund Martin auf Bewährung früher freikam. „LOVE – Verein zur Förderung der grenzüberschreitenden Kontakt-erhaltung“ nannte sich das Geschäftsmodell, das erstes Bares bringen sollte. Eine Webseite war rasch eingerichtet, um Kunden zu ködern, und auch die unvermeidliche Warnung des Profis Martin durfte nicht fehlen, der so gern vor anderen Betrügern warnt.

ZVR LOVE

Verein Love

Bei Inseraten war Jasmine Forcher schon freizügiger. Und ehrlicher. Bot ganz ungeniert einen „Begleitservice“ in Linz an. Unvermeidlich natürlich die Reaktion der Behörden. Verein als Gewerbe? Partnervermittlung ohne Konzession? Kuppelei? Heimlich, still und leise verschwand das Geschäftsmodell vorerst.
Weiter aufstrebend, gründete Jasmine Forcher mit ihrem Freund einen weiteren Verein, „Juridicum Recht-schutzgruppe“, mit dem sich Martin als Anwalt anbot, ganz gut damit verdiente. Doch Martin rannte sich auf der Sandbank der Rechtsanwaltskammer fest, die seine außerberufliche Konkurrenz so wenig zu schätzen wußte.
Untrennbarer Bestandteil der Geschäftsverbindung zwischen Jasmine Forcher und ihrem Freund Martin war die Vereinbarung, alles Finanzielle würde über sie laufen. Wegen seiner hohen Schulden hatte Martin keine Chance auf ein eigenes Bankkonto, laufend standen Exekutionen ins Haus. Dem war leicht abgeholfen. Bei Eingängen wurde einfach namenlos das PSK-Konto 40510024607 angegeben. Wollte jemand Geld, war es natürlich Jasminens Konto.
Am 14. Dezember 2010 legte Martin wieder einmal einen Offenbarungseid ab (BG Steyr, 12E3273/10f). Er habe kein Geld und sämtliches Inventar in seiner Wohnung stünde unter Eigentumsvorbehalt von Jasmine Forcher. Was die Ehrgeizige natürlich freute, denn damit hatte ihr Martin seine gesamte Habe überschrieben. Beim UVS passierte Martin ein Versprecher. Er gab sich als Halter seines PKW an, den er doch extra auf Jasmine umgemeldet hatte. Also wurde der rasch abgemeldet, bevor wieder der Exekutor nahte. Der nächste Wagen, ein kleiner Mercedes (auf diese Marke ist Martin scharf), wurde deshalb gleich auf Jasmine angemeldet, um kein Mißtrauen zu erregen.
Ganz andere Sorgen taten sich für Jasmine auf einem anderem Gebiet auf, Martins Eskapaden. Das leicht verrucht wirkende typische Ganoven-Outfit findet immer wieder Anklang bei der Weiblichkeit. Da war es auch nicht ausreichend, Martin mit Sohn Florian binden zu wollen. Biggi F. und so manche andere Freundin winken im Hintergrund, locken mit zarten Mails. Bei den Auseinandersetzungen darüber wird es schon auch manchmal sehr laut, erzählen Nachbarn. Martin kann aber nur klein beigeben, gehört ihm doch nichts mehr in der eigenen Wohnung.
Auf ins nächste Geschäft. Jasminens Freund Martin, bekannt als einer der besten Juristen Österreichs, wollte Fachbücher schreiben, mit ihrer Hilfe in großem Stil vertreiben. Durch die lästige Rechtsanwaltskammer kam das ins Stocken, Bücher wurden nicht geliefert. Also kam Martin mit seiner alten Masche hervor, auch wenn ihm die schon einige Verurteilungen eingebracht hatte. Nämlich, in England Limited-Gesellschaften anzumelden und in Österreich damit Geschäfte zu machen. Ist zwar in dieser Form nicht legal, aber wen störts.
Jasmine Forcher hatte nun ihren großen Auftritt, legte einen echten Firmenneustart hin. Sie verkündete ihre Berufserfahrung mit „Hotelfachfrau in führender Position“ (die Rezeptionistin sah man immer als erstes), steht als Alleininhaberin und Geschäftsführerin von einem guten Dutzend englischer Limited-Firmen da (auch wenn diese nur auf dem Papier bestehen). Stolz wird verkündet, sie habe die Geschäftsanteile bar einbezahlt, alles zusammen an die 20.000 Euro, wenn auch nicht verbucht. Angeboten wird Unternehmensberatung, Kreditvermittlung, Kreditkarten, kurz alles, was sehnsüchtige Herzen begehren. Gewerbeberechtigung? Braucht man doch nicht, wenn man eine englische Limited mit Sitz in Österreich führt. Freund Martin wird als Prokurist angestellt. Auch da umgeht man österreichisches Recht, schließlich ist man ja eine Limited. Ob das Exekutor und Finanzamt auch so sehen? Egal. Jasmine Forcher dachte weiter, oder besser, zurück.
Alles, was sehnsüchtige Herzen begehren? Nein. Eines fehlte noch. das man jetzt besser aufziehen konnte. Nicht mehr russische Damen werden gesucht, nicht mehr Partnervermittlung oder Begleitservice nennt man es. Ganz anders:

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Wir setzen uns dann mit Ihnen in Verbindung!

Ausgedient hat das billige Playboy-Häschen, ab ins Museum. Ein Magazin mit dem zündenden neuen Namen „Die Damen der Juridicum Rechtschutzgruppe Handels- und Vertriebs Ltd.“ wird das weiße Häschen locker ablösen, wird Männermünder wässrig machen. Scharfe Ganzkörperbilder werden Tausende verlocken, nur mehr Juridicum Rechtschutzgruppe-Produkte zu kaufen. Die Juridicum Rechtschutzgruppe-Kreditkarte zu erwerben, mit der man überall mehrwertsteuerfrei einkaufen kann.
Die Idee war blendend. Mit Rechtsfachbüchern eines Nichtjuristen ist kein Staat zu machen. Mit einem Magazin voll mit tollen Rechtschutz-Girls allerdings schon.
Auf fähige, gutaussehende junge Damen wartet dann das eigentliche Geschäft, des Forcher’schen Großkonzerns. Selbstverständlich kann man Limited-Gesellschaften, Kredite, Kreditkarten, Rechtsvertretungen nicht per Verkaufs-ständen an den Mann bringen, dem muß man mehr bieten. Die Kunden aus Martins Milieu wollen süße Begleiterinnen, die die Kauflust und mehr anregen. Diesmal gibt es keine Angst vor den Behörden. Man kauft sich eben für jeden Zweck eine eigene Limited, irgend eine davon wird schon passen. Läßt man jede Juridicum Rechtschutz-Dame unter einer eigenen Firma laufen, deren Kapital aus “Arbeitsleistung” besteht, wird auch der Fiskus grollend draußen bleiben müssen.
Martins Freunde aus Linz sorgten für das nötige Startkapital, genügend junge Damen mit „hübschem Gesicht, einer tollen Figur und auch Verkaufstalent“ werden sich schon finden lassen.
Dann wird Jasmine Forcher am Ziel ihrer Träume sein. Inhaberin eines florierenden Großkonzerns, ein Stall voller süßer Pferdchen, Gratis-Wohnung samt Einrichtung übernommen, genügend Versorgung für den Sohn, und die lang ersehnte Absicherung für Martin, um dessen Traum zu erfüllen – den Lebensabend auf den Malediven zu verbringen.

(Graulicht)

5 Responses to Ein erotisches Naturtalent

  1. Hotrod says:

    Tante schreibt aus Bali? Sie muss wissen – weiß sie auch von Jasminchens Begleitservice? Weil man kann einen Menschen nur beurteilen wenn man ihn auch wirklich kennt. Da laufen einige Strafverfahren, hört man. Die Tante wird ganz bestimmt den Verhandlungen lauschen, um ihre Nichte kennenzulernen. Dann kann sie sich einschalten.

  2. siegrun says:

    hallllloooo i find des a frechheit wie ihr da über die jasmin forcher so herzieht weil zufälligerweise kenn ich sie besser und kann nur sagen das sie mit sicherheit kein leichtes mädchen oder dergleichen (wie ihr es beschreibt ) is sondern eine sehr anständige frau und ich muss wissen (weil ich ihre tante bin) …. und wenn das in zukunft nicht aufhört dann werd ich mich einschalten ….

  3. MJO says:

    Martin B. wütet auf seinen Web-Seiten wieder wie (?) ein Irrer. Sind ihm wieder Läuse über die Leber gelaufen? Hat ihn seine Chefin zurecht gewiesen?
    Über das ganze Wüten hat er noch immer nicht gemerkt, wer wirklich über ihn schreibt. Das kommt davon, wenn man tagaus, tagein Scheuklappen trägt und nur ein paar Namen verfolgt.
    Lieber Martin, denk einfach zurück.

  4. Jasmine says:

    Martin wird euch alle sammelverklagen und so eine Sammelklage ist teuer.

    Ihr werdet schon noch sehen was ihr davon habt.

    Und die neue EV ist auch so ein SKANDAL.

    http://rechtschutzgruppe.freeforhosting.com/skandal-ev-gegen-martin-bugelmuller-wegen-stalking-t154.html

  5. MJO says:

    Zur Vermeidung von Unklarheiten:
    Alle Einzelheiten waren oder sind bereits anderswo veröffentlicht, nichts davon ist neu.