Fälschungen am laufenden Band

Linz, OÖ – Erstaunliches kriecht wieder einmal durch das weltweite Web. Als deutliches Beispiel, wie man mit kräftig gefärbten Berichten die schönsten Wahrheiten zusammen basteln kann. Manche sind darin Meister, indem sie aus wenigen wahren Brocken und kübelweise selbst erfundenem Kitt Märchen schaffen, die dann als Wahrheit verkauft werden. Hauptsache, andere Leute werden angeschwärzt, der Meisterbastler aufs Podest gehoben.
Was gab es denn so?
Profi-Winkelschreiber Martin Bugelmüller baute sich, nach seinen Verurteilungen und dem neuerlichen Absturz seiner Schein-Geschäftstätigkeit, einige Feindbilder auf, um diese per Web verreißen zu können. Mit Wahrheiten geht das nicht, also wird eben kräftig gebastelt.
G.D., P.E. und S.P. seien geisteskrank, verkündet Bugelmüller. Sachwalterverfahren würden laufen, Besach-walterungen stünden ihnen unmittelbar bevor, oder sie seien schon besachwaltert, liest man auf Bugelmüllers Seiten. Sieht man hinter den Schein, kommt hervor, keiner der drei ist geisteskrank oder besachwaltert, alle Verfahren längst eingestellt. Der OGH meinte in einem Fall schonungslos, man müsse eben auch berücksichtigen, von wem die Anregungen kämen.
Weil sich Bugelmüller nicht anders zu wehren weiß, veröffentlicht er einfach mehrere Gerichtsentscheidungen, setzt in diese den Namen eines seiner “Lieblingsfeinde” ein. Um damit vorzutäuschen, der Betreffende sei der Missetäter, der Verurteilte, der Besachwalterte. Bugelmüller achtete natürlich nicht auf das Naheliegende. Alle beteiligten Gerichte bestätigten postwendend, die echten Namen der jeweiligen Partei, in den von Bugelmüller kopierten Fällen, seien ganz andere.
Für jeden normalen Menschen wäre das offensichtlich gewesen, doch Fälschungen aller Art sind für den schwer vorbestraften Bugelmüllers Spezialität. Besonders der OGH nimmt das keineswegs auf die gleiche leichte Schulter, seine Entscheidungen auf diese Weise verfälscht zu sehen.
Bugelmüller jubilierte vorlaut, das Bezirksgericht Mürzzuschlag hätte seinen „Feinden“ P.E. und S.P. eins ausgewischt, hätte gegen die Grind Media Verlagsgruppe Limited ein Versäumungsurteil erlassen. Das mag sein. Doch mit heutigem Tage bestätigte die Firma, sie habe bisher weder eine Klage noch ein Urteil noch sonst etwas in dieser Sache zugestellt erhalten. Mit Versäumung kann es also nicht so weit her sein. P.E. und S.P. sind selbstverständlich auch dort keine Verfahrenspartei, also eine Fälschung mehr auf dem Konto. Bugelmüller meint auch, er hätte dort einen Unterlassungsanspruch für die Bezeichnung Winkelschreiber erhalten. Weit gefehlt, denn seine Winkelschreiberei ist gerichtlich und rechtskräftig festgestellt.
Das Gericht hatte tatsächlich Bugelmüller aufgefordert, den Nachweis zu erbringen, ob er seine Anträge an die Firma zugestellt hatte. Das nämlich hatte er mangels Rechtskunde vergessen. Prüfungen an einer Universität vorzutäuschen, bringt eben nicht wirklich etwas. Also geht die ganze Sache den Bach hinunter. Was Bugelmüller, versteht sich, verschweigt. Nur eine Frage der Zeit ist es, bis Bugelmüller auch dazu eine seiner berühmten Fälschungskopien im Internet produziert.
Nichts nützt es auch, falsche Daten in das Impressum zu stellen. Eine Firma anzugeben, die doch nicht echt existiert. Verschwiegen werden deshalb auch die eingeleiteten Verfahren der britischen Behörden, die mit Betrügern vom Kontinent wenig Freude haben, und die Unterlassungs-Aufforderung, die seiner Freundin wegen des Firmennamens auf den Tisch flatterte.
Ebenso verschweigt Bugelmüller die mittlerweile rechtskräftige Unterlassungsverfügung, die gegen ihn und seinen Webadministrator Roland Reichmann erlassen worden ist. Seine Arbeitgeberin, die laut Polizei Steyr erst nach drei Monaten eine kleine Verwaltungsgebühr abstottern konnte, wird sich über die neuen Exekutionen wenig freuen. Woher auch das Geld nehmen.
Der nächste künstliche Jubel ließ nicht lange auf sich warten. Martin Bugelmüller meinte, der OGH sei seinen Rechtsausführungen gefolgt und hätte Klagen seines „Feindes“ G.D. abgeschmettert. Halb? Nein, Fünftelwahrheit. Das Landesgericht hatte G.D. Recht gegeben, hatte nur – leider allerdings ohne Bugelmüllers durchwegs falsche Behauptungen zu prüfen – das Mehrbegehren abgewiesen. Selbstverständlich aber ist die Unterlassung damit rechtskräftig. In der OGH-Entscheidung, die G.D. noch nicht einmal kennt (Bugelmüller holt sich seine Infos verbotenerweise aus dem Gerichtsregister), wird nur die Revision zurückgewiesen, mehr nicht. Einfach weil sich der OGH mit solchen Banalitäten nicht befassen will.
Bugelmüller schreibt apodiktisch dazu, er hätte nicht einmal eine Revisionsrekursbeantwortung erhoben, da das Ergebnis klar gewesen sei. Ein Märchen mehr, auf das es auch nicht mehr ankommt. Bugelmüller hatte Verfahrenshilfe für seine Beantwortung beantragt, aber – aus guten Gründen – seine Vermögensverhältnisse nicht angegeben. Sie wäre ihm sowieso abgelehnt worden, da eine Beantwortung nicht zulässig war. Klare Sache also, einer falschen Darstellung.
Was bleibt unter dem Strich übrig:
Eine traurige Gestalt geht keiner anderen Beschäftigung nach, als Internet-Seiten mit Fälschungen vollzuschmieren und sich selbst – passenderweise – immer wieder im Ganoven-Outfit zu präsentieren. Ein billiges, wahrlich „erfüllendes“ Leben. Münichholz hat keine Freude mit seinem auffälligen Fast-Ehrenbürger.

(Graulicht)

4 Responses to Fälschungen am laufenden Band

  1. Roli says:

    Aber Martin! Hast Du uns schon wieder verraten? Wo werden die Beweise bloß sein… In den Gerichtsakten, wo sonst, selbstverständlich. Warte es ab.

  2. MJO says:

    Was Bubelmüller auch verschweigt, sind die Ordnungsstrafen, die er für seine ordinäre Ausdruckweise kassiert. Milieu und fehlende Schulbildung prägen eben.

    • Martin says:

      Gestern hat die Justizministerin mich gefragt welche Gesetze geändert werden sollen.

  3. Bürgermeister v. Steyr says:

    Wir sind stolz so einen begabten Fachjuristen in unserer kleinen schönen Stadt zu haben.

    Bewundernswert wie dieser Profi den echten Juristen das Fürchten lernt, ohne selbst jemals eine UNI von innen gesehen zu haben.