Islamistischer Terror statt humanitärer Hilfe?

An der Entführung dreier humanitärer Helfer in Syrien sollen deutsche Islamisten beteiligt gewesen sein. Rupert Neudeck, Vorsitzender der “Grünhelme“, erhebt schwere Vorwürfe gegen den Neusser Hilfsverein “Helfen in Not“. Offenbar hat der Verein Verbindungen in salafistische Kreise.

syria

“Weltweit helfen, direkt vor Ort – das ist Helfen in Not” – mit diesem Motto überschreibt der Neusser Verein “Helfen in Not” seine Homepage. Man verweist auf seine ehrenamtlichen Mitarbeiter, die gegen “Armut und Hunger” kämpften, und erklärt die Hilfe der notleidenden Zivilbevölkerung in Krisengebieten zum Ziel. Dazu ein Spendenaufruf und sogar ein Hinweis auf die Transparenz der Hilfsprojekte – auf den ersten Blick erscheint nichts Verdächtiges an “Helfen an Not”.
Rupert Neudeck, Vorsitzender der Hilfsorganisation “Grünhelme”, hat jedoch eine ganz andere Sichtweise auf den Neusser Verein: “Es ist ganz klar, dass diese Organisation nach Syrien gegangen ist, um allen, wie uns, das Leben dort zur Hölle zu machen”, sagte er dem SWR. Die Vorwürfe gehen noch weiter: Sabri Ben Abda, ein Mitarbeiter von “Helfen in Not”, soll an der Entführung dreier deutscher “Grünhelm”-Mitarbeiter in Syrien beteiligt gewesen sein. Einer der Entführten berichtete nach seiner Rückkehr, er sei von Ben Abda, der sich als “Helfen in Not”-Mitarbeiter ausgab, bedroht worden und habe seine Personalien angeben müssen. Wenige Tage später wurde der “Grünhelm”-Helfer entführt. Dabei soll er von einem Mann verhört worden sein, der akzentfrei Deutsch sprach. Inzwischen ermittelt die Staatsanwalt Köln in dem Fall wegen Freiheitsberaubung. Die Ermittlungen richteten sich derzeit gegen Unbekannt, sagte ein Sprecher am Mittwoch (18.09.2013) WDR.de.
Ein Sprecher von “Helfen in Not” bestätigte gegenüber WDR.de, dass man Ben Abda einmalig für Filmaufnahmen in Syrien eingesetzt habe. Von der Entführung wisse er nichts. Sollte Ben Abda deutsche Helfer bedroht haben, distanziere sich der Verein von dem Verhalten. Zu weiteren Fragen bezüglich der Methoden, Ziele und handelnden Personen des Vereins machte der Sprecher keine Angaben. Eine darüber hinaus gehende schriftliche Anfrage blieb bislang unbeantwortet.

Bekannte Islamisten im Vereinsumfeld
In einem Video, in dem sich der Vereinsvorstand präsentiert, wird die religiöse Seite der Organisation betont: “Das ist ein Projekt, eine Hilfsorganisation von jedem Muslim, der ein Verantwortungsgefühl hat gegenüber Allah, gegenüber seinen Geschwistern und seiner Religion.” Tatsächlich scheint “Helfen in Not” Verbindungen in salafistische Kreise zu haben. So sind für eine Benefizveranstaltung des Vereins am 29. September in Essen unter anderem Pierre Vogel und Abu Adam als Redner angekündigt. Vogel gilt als eine der einflussreichsten Figuren in der deutschen Konvertiten-Szene, während Adam (mit bürgerlichem Namen Sven Lau) bis zur Auflösung im Sommer 2011 Vorsitzender des Vereins “Einladung zum Paradies” war. Beide sind in Deutschland behördenbekannt und wurden und werden zumindest zeitweise vom Verfassungsschutz beobachtet.

NRW-Verfassungsschutz beobachtet “Helfen in Not”
Auch der Verein “Helfen in Not” wird vom Verfassungsschutz beobachtet, wie das NRW-Innenministerium WDR.de auf Nachfrage erklärte: Der Verfassungsschutz habe Anhaltspunkte für “extremistische, salafistische Bestrebungen”, so Ministeriumssprecher Jörg Rademacher. Belegt würde der Verdacht durch Benefizveranstaltungen des Vereins, “bei denen regelmäßig salafistische Prediger Vorträge halten.”

Ausgediente Rettungswagen nach Syrien
Wie “Helfen in Not” auf seiner Homepage zeigt, kauft der Verein in Deutschland ausgediente Rettungswagen, um diese nach Syrien zu überführen und dort einzusetzen. Das Ziel dabei sei medizinische Hilfe vor Ort, heißt es in einem Video. Medienberichten zufolge werden Rettungswagen in Syrien allerdings auch zum Waffenschmuggel sowie zu Terrorzwecken eingesetzt. Islamistische Gruppen sollen mehrmals mit Sprengstoff gefüllte Rettungswagen an Kontroll- oder Stützpunkten der syrischen Armee zur Explosion gebracht haben.

(WDR)

Comments are closed.

%d bloggers like this: